Work and travel in Australien – Unsere Erfahrungen!

von | Nov 27, 2016

So hat es Eugène Ionesco gesagt:

„Wir glauben, Erfahrungen zu machen, aber die Erfahrungen machen uns.“

Wenn wir anfangen diese Geschichte zu erzählen, dann müssen wir Dir jetzt schon sagen, dass sie nicht sehr positiv ist. Wir mögen es nicht zu meckern und wir mögen es auch nicht schlechte Energien zu verteilen. Doch es ist die Geschichte der letzten zwei Monate und es ist die Wahrheit.

Nach der Sonne kommt der Regen und nach dem Regen kommt die Sonne. Der Zug des Lebens fährt nicht nur in eine Richtung und das ist auch gut so. Wir haben alles reflektiert und wissen nun warum es uns keinen Spaß gemacht hat. Aber beginnen wir von vorn.

Unsere nicht ganz so glückliche Australien-Reise!

 

Vor ziemlich genau einem Jahr irgendwo in Südostasien. Wir begegnen sehr vielen Reisenden die gerade von Australien kommen. Sie berichten von einer guten Zeit und vor allen von sehr viel Geld. Sie berichten von Farmarbeit, Jobs auf dem Bau und in der Gastwirtschaft. Sie berichten auch davon, dass die Arbeit sehr hart sein kann, aber man sehr viel Geld verdient. Das mit der harten Arbeit haben wir natürlich ausgeblendet und nur die positive Berichterstattung ist zu uns durchgedrungen.

Noch ein paar Wochen und Jojo wird 31, also letzte Chance für ein Work and Travel Visum. Noch mal kurz ein paar Reiseberichte lesen. Klingt alles sehr positiv. Also Visum beantragt. „Kostet ja nur 400€.“

Ein halbes Jahr später, wir sind frisch verheiratet und haben den wahrscheinlich schönsten Monat in unserem Leben hinter uns. Wir haben eine wundervolle Familie und die besten Freunde die man sich nur vorstellen kann. Wehmütig, aufgeregt und voller Vorfreude steigen wir in den Flieger.

Wir machen uns bewusst, dass es nicht leicht wird, dass Australien nicht billig ist und das wir hart arbeiten müssen. Für unsere zukünftigen Träume, wollen wir etwas Geld zusammen kratzen und wir sind davon überzeugt, dass dies in Australien möglich ist.

Melbourne Ankunft im Hostel

 

Etwas ausgehungert und müde entlässt uns der Taxifahrer an einem der günstigsten Hostels der Stadt. Zuerst hatten wir die falsche Adresse, daher war die Fahrt gleich doppelt so teuer.

In dem kleinen Supermarkt gegenüber besorge ich eine Banane, Orangensaft und ein Sandwich. Das ganze kostet gleich mal 12 AUD. Willkommen in Australien.

Leider beeinflusst Geld unser Leben sehr stark. Es wäre toll, wenn es nicht so wäre, aber auch wir können die Augen nicht davor verschließen. Denn in den folgenden Wochen soll dieses bedruckte Papier uns gewaltig die Stimmung verhageln.

Auf geht´s Jobsuche!

 

Unser Ziel war es Geld zu verdienen und das wurde uns zum Verhängnis. Es beweist eigentlich nur – „Dem Geld hinterher zu rennen, macht sehr, sehr unglücklich.“

Das wir beide schon nach ein paar Tagen einen gut bezahlten Designer-Job bekommen – Das wäre das Beste was uns passieren kann. Vielleicht noch in derselben Agentur, das wäre der Jackpot. Doch so sollte es nicht sein. Hunderte Bewerbungen, ein bisschen Vitamin B und leider kein Erfolg.

In uns brennt ein starker Ehrgeiz, so schnell geben wir nicht auf. Wir würden jeden Job machen, solange er fair bezahlt wird und das Arbeitsklima stimmt.

Schon kurz nach der Ankunft hatten wir unsere ersten drei Vorstellungsgespräche. Alles Promotion-Jobs und eigentlich nichts für uns. Doch wir geben dem ganzen eine Chance.

Abbruch nach dem ersten Arbeitstag! Warum? Das liest Du hier:

WORK AND TRAVEL IN AUSTRALIEN – JOBSUCHE

Die zweite Woche ist angebrochen und wir wohnen nun bei Joel und Prashika. Die beiden haben wir über Airbnb entdeckt. Oder besser gesagt Ihr Haus, das liegt zwar etwas außerhalb. Doch die Ruhe tut uns gut und das die Beiden unsere besten Freunde in Australien werden, konnten wir zu diesem Zeitpunkt schon ahnen.

Jeden Morgen wachen wir auf und checken als ersten unsere Mails. Stündlich werden neue Jobangebote sofort abtelefoniert. Es ist ein wenig frustrierend, doch wir sind hier her gekommen, um zu arbeiten. In diesem Land, wo die Wirtschaft förmlich explodiert, wird doch irgendwo ein Job auf uns warten?!

Irgendwann gegen Nachmittag klingelt das Telefon: „Hi, here is speaking Branda. Are you still interested to work at the Geelong Show?“

Zuerst war uns nicht bewusst, von welchen Job sie spricht. Wenn Du so viele Bewerbungen verschickst, verlierst Du schnell mal den Überblick. Doch nachdem sie erklärt hat, dass sie nach einem Pärchen suchen die für sie auf dem Jahrmarkt arbeiten, waren wir sofort Feuer und Flamme.

Der Job war ganz Ok, doch nicht von Dauer, unsere Erfahrungen haben wir in diesen Artikel verpackt:  WORK AND TRAVEL AUSTRALIEN – ARBEITEN AUF DEM JAHRMARKT

Nach dem Jahrmarkt-Job waren wir angefixt! Wir brauchen Arbeit! Und wenn das nicht klappt, naja, dann lenkt man sich eben mit den schönen Dingen im Leben ab. Wir brauchen Abenteuer!

Mit einem Auto lebt es sich günstiger

 

Nicht nur die wöchentlichen Kosten von 200-300 Dollar für ein Bett haben uns zum Autokauf gedrängt, auch die öffentlichen Verkehrsmittel reißen Löcher in die Brieftasche.

Also auf geht´s:

Auto kaufen und endlich Kängurus sehen!

 

Wir kaufen uns einen 15 Jahre alten Mitsubishi Challenger, geben ihn einen Namen, schustern ein Bett rein und besorgen Proviant (7 Flachen Wein) für ein paar Tage Wildnis. Jetzt kann nichts mehr schief gehen, außer: Das unser Auto leckt. Wieder zurück zum Verkäufer. Reparieren. Warten. Eis essen. Warten. Nach Hause fahren. Mario Kart zocken. Sachen packen und los fahren.

Pünktlich zu beginn unseres Abenteuers regnet es Bindfäden. Eigentlich wollten wir die Ostküste abfahren, Pinguine sehen und danach über die australischen Alpen. Doch das kalte Wetter und der Regen treibt uns Richtung Norden, Richtung Wärme.

Irgendwo im Nirgendwo in New South Wales fängt Kalle (so haben wir ihn getauft) an mit meckern. Die Elektronik spielt verrückt und fällt dann nach einigen Kilometern komplett aus. Prognose: Fehlkauf!

Zum Glück haben wir uns gestern bei RACV Versicherung das Rundum Packet mit Total Care aufschwatzen lassen. Jetzt nur noch die Versicherung anrufen und abschleppen lassen. Doch was ist das? Kein Empfang? Das kommt davon, wenn man sich für den billigsten Anbieter entscheiden. Kein Stress, denn das Beste an Australien, sind die hilfsbereiten und freundlichen Australianer! Sofort wird uns mit Netz-fähigen Telefonen weiter geholfen.

Stunden später und die Versicherung schickt uns ein Abschleppdienst. Es ist nun mitten in der Nacht und wir werden nach Mittagong verschleppt. Hotelzimmer wird auch übernommen, wäre da nicht dieses internationale Radrennen. Der gute Mann von der Versicherung hat sich ja wirklich bemüht, dennoch muss er uns mitteilen, dass im Umkreis von 100 km kein freies Zimmer zu finden ist.

Die erste Nacht verbringen wir also im Auto. Ist ja auch gar nicht so schlimm, hatten ja eh ein Bett eingebaut. Nachdem der nette Abschleppwagen-Mann unseren Kalle auf dem Gelände der Werkstatt abgesetzt hat, meinte der andere nette Mann, der die Nachtwache auf dem Gelände schiebt, dass wir unter keinen Umständen hier bleiben dürfen.

Wie jetzt?

Ich frage den netten Abschleppwagen-Mann, ob wir das Auto von dem Gelände schieben können. Er schaut mich erst fragend an, stimmt dann aber zu.

In dieser netten Seitenstraße mitten im australischen Nirgendwo machen wir es uns also bequem und schlummern gemütlich ein.

Der nächste Morgen

 

Wir erwachen. Die Sonne scheint. Wir stellen fest: Unser Kalle steht im absoluten Halteverbot. Da steigt doch gleich die Stimmung. Nun gut – Wir schreiben einen netten Zettel und legen diesen in die Windschutzscheibe und hoffen auf die Gutmütigkeit der Polizei.

Da heute Sonntag ist, will die Werkstatt auch nichts von uns wissen. Aber ab heute gibt es ein Zimmer für uns. Also Sachen packen, Taxi bestellen und ab zum Motel.

Der gute Mann an der Rezeption begrüßt uns mit Eric Clapton und kostenlosen Frühstück. Unser Energiebalken rutscht schlagartig wieder nach oben.

Dusche. Wein. Bett.

Montag, ab zur Werkstatt

 

Auto steht noch. Kein Strafzettel. Die Leute von der Werkstatt sind sehr nett. Wir erklären Ihnen kurz, was passiert ist und das wahrscheinlich die Lichtmaschine keine Lust mehr hat. Sie stimmen mir zu, wir ziehen von dannen und erwarten den dollarschweren Anruf.

Nach ein paar Stunden erklärt mir die nette Dame von der Werkstatt, dass uns der Spaß im schlimmsten Falle 860 Dollar kostet. Nun gut, da kann man nichts machen. Dennoch veranlasst uns diese Nachricht unseren Autoverkäufer zu kontaktieren. Immerhin haben wir den Wagen erst vor zwei Tagen gekauft.

Wir haben keine große Hoffnung, dennoch meinte Frank (Autoverkäufer) das er uns eine Lichtmaschine zuschickt, wir müssten nur die Hälfte Zahlen (125 Dollar). Besser als 600 Dollar, denn das möchte die Werkstatt für die Lichtmaschine haben.

Wir zahlen also die Hälfte der Lichtmaschine via Kreditkarte und hoffen das diese sehr schnell ankommt.

Freitagmorgen und noch keine Lichtmaschine in Sicht.

 

Die ganze Woche haben wir im Hotelzimmer verbracht und natürlich haben wir Mittagong erkundet. Nun ja – Es gibt hier nun nichts mehr zu entdecken.

Gespannt sitzen wir mit gepackten Sachen in der Lobby. Die Lichtmaschine sollte aller spätestens heute ankommen und hoffentlich läuft dann unser Kalle auch wieder.

Drei Uhr Nachmittags und das Ding ist endlich da. Nur nicht so neu wie erwartet. Frank hat uns eine gebrauchte Lichtmaschine geschickt, die nicht funktioniert. Ok, tief durchatmen. Nach kurzer Diskussion mit der Werkstatt, stellt sich raus, dass wir nun doch das teure Teil bestellen müssen und der Wagen erst nächsten Dienstag fertig wird.

Weitere vier Tage in Mittagong

 

So langsam vergeht uns echt die Laune. Nach dem unsere Versicherung mit der Werkstatt telefoniert hat, übernehmen die nun auch das Hotelzimmer nicht mehr. Jackpot.

Ok wir laufen zu Aldi und kaufen Wein. Das ganze muss erstmal verdaut werden. An der Kasse mit drei Flaschen Wein in der Hand, fragt uns die Kassiererin nach unseren Ausweisen. Aus meinem Geldbeutel ziehe ich den deutschen Personalausweis, doch diesen akzeptiert die nette Dame nicht. Nun kommt auch schon die Security und die Chefin von dem Laden.

Wir schauen uns fassungslos an. Ok – Manchmal läuft es eben nicht so gut, aber der Tag hätte auch gerne mal zuhause bleiben können.

Die Zeit sinnvoll nutzen

 

Wir sitzen also wieder im Hotelzimmer und begeben uns auf Jobsuche. Ein Vorstellungsgespräch kommt sogar im Hotel vorbei. Arbeiten im Pizza-Laden. Gerne doch, aber die Bezahlung und die Stunden sind so schlecht, dass wir gerade mal das Zimmer hätten zahlen können.

Die anderen Angebote sehen leider auch nicht viel besser aus, bis auf eines: „Für die Leitung eines kleinen Gästehauses, suchen wir ein nettes Pärchen.“ Nach einem Telefonat, stieg unsere Hoffnung. Die Dame war sehr interessiert und wir würden einfach mal vorbeikommen wenn unser Auto wieder fit ist.

Nun kommt sogar der Besitzer des Motels vorbei und erzählt uns von einem versteckten Kühlschrank. Viel Gäste lassen ab und an Getränke zurück, diese werden dann dort deponiert. Da er Mitleid mit uns hat, dürfen wir uns gerne bedienen. Na dann mal: Prost!

Dienstag, Kalle schnurrt wieder

 

Wir packen unsere Sachen und fahren erstmal Richtung Sydney. Das kleine Gästehaus liegt in den Blue Mountains – Unsere nächste Station! An der Küste in einem kleinen Vorort von Sydney machen wir halt und suchen einen Platz für die Nacht. Wir schreiben der Dame von dem Gästehaus wann wir ungefähr ankommen. Kurze Zeit später, klingelt das Telefon und wir bekommen eine Absage.

Hier wäre jetzt Platz für ein Zitat oder irgend so ein Spruch der Mut macht. Vielleicht fällt Dir ja was ein.

Wir tuckern weiter Richtung Sydney

 

Unsere Laune ist irgendwo im Outback verschwunden. Wir entscheiden uns Sydney nicht anzuschauen. Keine Lust auf Stadt. Erstmal müssen wir unsere Laune wiederfinden.

Internet. Jobsuche. Auf ein Neues.

Von Anfang an, haben wir uns gesagt, wenn nichts klappt, dann gehen wir eben Früchte pflücken. Einige Telefonnummern später, haben wir eine Zusage in Bundaberg. Das ist oberhalb von Brisbane, also noch gute 1800 km entfernt. In vier Tagen müssen wir dort sein. Unterwegs können wir uns ein wenig die Küste anschauen.

Diese vier Tage waren auch wirklich entspannt. Wir haben zwar viel Zeit im Auto verbracht, aber auch einiges gesehen. Koalas, Kängurus, Pelikane und sehr viel Küste.

Ankunft Bundaberg

 

Liebe Backpacker, geht nicht nach Bundaberg! Hier warten keine guten Jobs auf Euch!

In Bundaberg befinden sich jede menge Working-Hostels und keines davon ist schön. Du bezahlst pro Person 200-250 AUD für ein Bett in einem schäbigen Hostel. Du zahlst extra für die Waschmaschine und meist gibt es kein Internet, mit der Begründung, dass Du ja sowieso die ganze Zeit arbeiten musst.

Der hohe Preis für das Hostel wird damit gerechtfertigt, dass sie Dir Arbeit verschaffen. Die Arbeit kann ganz unterschiedlich aussehen. Es gibt Jobs, bei denen Du pro Eimer bezahlt wirst, da verdienst Du meist sehr wenig und es gibt Jobs, bei denen Du pro Stunde bezahlt wirst, was eigentlich fair ist.

Doch kann Dir das Hostel nicht garantieren, dass Du jeden Tag Arbeit hast und auch nicht welchen Job Du bekommst.

Nach langen Gesprächen mit anderen Backpackern, die schon einige Zeit in den Hostels wohnen, stellt sich heraus, dass die meisten gerade mal so viel verdienen um Essen und das Hostel bezahlen zu können.

In erster Linie arbeitest Du also für das Hostel. Du kannst ja mal kurz überschlagen, wie viel Geld die Hostel-Betreiber pro Woche verdienen. 60 Backpacker mal 200 AUD.

In Bundaberg haben wir uns einige Hostels angesehen und sogar in dem Hostel mit den besten Bewertungen, waren die Zustände erschreckend.

Für uns war es nun der richtige Zeitpunkt die Reißleine zu ziehen. Wir verlassen Australien. Die vielen Backpacker tun uns leid, die wahrscheinlich noch immer in Bundaberg fest sitzen. Viele haben nicht das Geld einfach weiter zu reisen.

Hier noch ein interessanter Bericht. Den hätten wir mal vor unserer Reise lesen sollen: http://www.workandtravel.reisebine.de/erfahrungen/jobsuche/australien-boomland

Auto verkaufen und raus aus dem Land

 

Nun ja, Kalle – Wie werden wir Dich los. Die Registrierung von dem Wagen gilt noch bis Juli 2017 und dies ist in Australien bares Geld. Allerdings gilt diese für Victoria genauso wie der TÜV, der noch eine Woche gültig ist.

Wir sind in Queensland. Da hier die Registrierung und der TÜV nicht gilt, bekommen wir höchsten die Hälfte den Kaufpreises.

Wir checken die Flüge. Die Flüge sind von Brisbane nach Südostasien doppelt so teuer wie von Sydney oder Melbourne.

„OK, wir müssen zurück nach Melbourne.“

Die schnellste Route führt mitten durch die Pampa. Nun gut, irgendwo im Outback muss sich ja unsere Laune rum treiben.

Noch 203 km dann links

 

So hört sich das Navi an, wenn Du durch die Steppe Australien fährst. Gut das unser Kalle einen Tempomat hat. Jetzt müssen wir nur noch aufpassen, dass wir keine Kängurus umnieten.

Wir brauchen für die 2000 km ca. drei Tage. Ein kleiner Hoffnungsschimmer treibt uns an und wir versuchen auf dem Weg zurück nochmal einen Job zu ergattern.

Work and Travel kann uns mal

 

Wir entdecken eine Anzeige: „Arbeiter für die Kornernte gesucht.“ Wir rufen an und der gute Mann meinte wir sollen uns wieder melden, wenn wir in Dubbo sind. Dubbo ist eine Stadt umgeben von riesigen Kornfeldern.

Wir landen in der Stadt, rufen nochmals an und ein ominöser Herr kommt vorbei, steigt aus dem Wagen aus und drückt uns zwei Arbeitsverträge in die Hand.

Blätter von Maiskolben entfernen, 18 AUD die Stunde, 10 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche. Wir sollen anrufen, wenn wir uns entschieden haben. Er steigt ein und ist wieder weg.

Wir schauen uns verdutzt an und beginnen die Verträge zu studieren. Wir wären an kein Working-Hostel gebunden, was uns positiv stimmt. Den Job würden wir machen, wir hätten nur noch ein paar Fragen zu Urlaub und Arbeitskleidung, da wir diese Absätze in den Verträgen nicht verstehen.

Wir rufen an. Er geht nicht ran. Wir schreiben eine SMS und bekommen die Antwort, das wir die Fragen als Nachricht zu ihm schicken sollen. Da wir nicht Sinnlos warten wollen, erkunden wir ein wenig die Stadt.

Nun ist es schon später Nachmittag, wir haben mehrmalig versucht anzurufen und wir haben noch immer keine Antwort. Wieder mussten wir erfahren, wer zu viele Fragen nach den Arbeitsbedingungen stellt, bekommt keinen Job!

Auto verkaufen in Melbourne

 

Ankunft. Die Anzeige für unseren Wagen ist schon seit zwei Tagen online und wir haben auch schon einen Interessenten. Als Erstes fahren wir zu unserem Autoverkäufer, da wir die Papiere, also das RWC (TÜV) für den Verkauf benötigen.

Er meinte, das wäre nicht möglich, da man für jeden Verkauf ein neues RWC benötigt. Wir glauben im nicht und fahren zur Verkehrsbehörde. Diese meint, das es mit dem alten RWC möglich ist, aber sie das Original benötigen.

Wir fahren zurück zu dem Verkäufer und bitten ihn um das Original. Dieser meint, dass er das original RWC an die Verkehrsbehörde geschickt hat. Da er dies tun muss. Wir fahren wieder zur Verkehrsbehörde und fragen nach. Sie sagen, er hat recht. Wenn wir Glück haben, funktioniert die Übertragung auf den Käufer, aber wir sollten doch lieber ein neues machen.

„Können wir nun bitte dieses Land verlassen!“

Cash for Cars!

 

Diese Schilder schreien uns an. Also wir probieren es. Der gute Mann von dem Laden lacht uns aus und fragt, warum wir so viel Geld für den Wagen bezahlt haben. Er meint, wenn wir Glück haben, bekommen wir noch 800 AUD dafür, aber nicht von Ihm.

Bevor wir unseren Kalle für 800 AUD verschleudern, dann schenken wir den Wagen lieber einer Känguru-Hilfsorganisation oder lassen den Wagen einfach am Flughafen stehen.

Im nächsten Moment klingelt das Telefon.

 

Ein französisches Pärchen will unser Auto haben. Treffpunkt Lunapark. Noch wussten wir nicht, wie wir das Auto ohne RWC übertragen sollen, doch einen Versuch ist es wert.

Die beiden schauen sich das Auto an und fragen nach 10 Minuten, ob sie es gleich kaufen können. Wir schauen die beiden verdutzt an. – „Ja gerne, aber wir müssen den Wagen noch auf Euch registrieren.“

Wir verabreden uns also für den nächsten Morgen 8 Uhr vor der Verkehrsbehörde. Wir haben nicht viel Hoffnung, da wir ja noch immer kein neues RWC haben.

Die nette Dame am Schalter fragt nach dem Original. Wir sagen, dass dies schon hier sein muss. Sie schaut uns kurz an, sagt OK. Tippt weiter und alles ist erledigt. In der nächsten Sekunde haben wir 6000 AUD in der Hand und die netten Franzosen den Schlüssel von Kalle.

So spielt das Leben!

 

Wir buchen einen Flug und verbringen die nächsten 3 Tage bei Joel und Prashika, denn die beiden sind und sehr an´s Herz gewachsen.

Work and Travel Australien, unser Fazit

 

Australien kann für viele das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sein. Bestimmt. Leider nicht für uns. Die Erfolgswelle, auf der wir zuvor geritten sind, ist versieg und wir sind im sandigen Australien stecken geblieben. Jetzt heißt es buddeln.

Was wir nicht bedacht haben:

  • Wir haben kaum Gastronomie Erfahrungen.
  • Wir sind keine Verkäufer.
  • Wir sind auch keine Handwerker.
  • Wir haben zu viele Fragen gestellt. Wer will schon einen unbequemen Arbeitnehmer?
  • Wir haben uns einfach zu viel versprochen und wurden von unseren Erwartungen aufgefressen.
  • Außerdem verschlechtern sich die steuerlichen Bedingung, was das Land für Work and Travel weniger interessant macht.

Auf der anderen Seite will Australien eine weltweite Werbekampagne starten, die Backpacker in das Land lockt. Denn für Australien lohnt sich der Deal.

Es war eine Erfahrung

…und was hat Konfuzius über Erfahrung gesagt:

„Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.“

Wie lief Dein Work and Travel?

Hast Du bessere Ehrfahrungen gemacht?

#feedbackfetzt

5 Kommentare

  1. Hallo Ihr Lieben,

    ich habe Euren Artikel über Eure Erfahrungen von Australien aufmerksam durch gelesen. Ich selber trat auch die große Reise nach Australien im August 2017 an. Vor kurzem bin ich wieder heim gekommen, nach 7 Monaten Australien und etlichen negativen Erfahrungen im Sachen arbeiten, hatte ich die Nase ebenfalls gestrichen voll. Leider musste ich ähnliche Erfahrungen, wie Ihr, sammeln. Ich wünschte ich könnte positives von der Jobsuche im vermeintlichen Paradies Australien erzählen. Doch leider ist dies nicht so. Was ich hier erzähle entspricht der Wahrheit.

    5 Monate war ich auf der Suche nach einem Job. Den einzigen „guten Job“ den ich ergattern konnte, war in Melbourne gewesen, wo ich für 10 Dollar pro Stunde gearbeitet habe. Ich habe auch etliches versucht in diesen 5 Monaten. Ich habe CV’s verteilt, mich persönlich den Managern vorgestellt, übers Internet wie Gumtree, Facebook etc. probiert, ich habe mich online auf einigen Webseiten von Märkten, wie Coles, H&M usw. beworben. In Hostels habe ich ebenfalls mein Glück probiert. Alles blieb aber ohne Erfolg.

    Die Frustration stieg an, jedoch wollte ich meinen Lebenstraum noch nicht aufgeben. Da ich aber nur noch 60 Dollar in der Tasche hatte und etwas verzweifelt war, suchte ich mir die Hilfe von einer Jobagentur. Sie wirkten ziemlich professionell und versprachen mir, dass ich bald einen Job finden werde. Aber Pusteblume. Diese Hoffnungen wurden ziemlich schnell zerstört, da sie mein Geld einkassierten und alles dicht machten. Ich konnte sie nicht mehr erreichen. Die Büros haben alle endgültig zu gemacht, ihre Webseite existierte nicht mehr… Ich war geschockt und wütend. Über tausende Umwege kam ich an deren Telefonnummer. Dort wurde ich aber schnell abgewimmelt und gebeten mich bitte per E-Mail an sie zu wenden. Naja mein Geld sah ich nie wieder. Da konnte ich mich so oft beschweren wie ich wollte.

    Von den Arbeitgebern wurde ich jedoch am meisten verarscht. Gerne wurde ich zum Probearbeiten als unbezahlte Hilfskraft benutzt. Als ich nach 4 Monaten endlich einen Job ergattern konnte, (Putzjob) wurde ich nach über 1 Woche einfach so gefeuert. Ohne Vorwarnung. Einfach so. In einem anderen Job wurde ich mehrmals sexuell belästigt. Dass ich diesen Job nach einem Tag hin schmiss, versteht sich ja von selbst.

    Mit einem Kumpel zog ich dann weiter. Ich sagte mir selber entweder einen Farmjob oder heim. Ich wollte keine CV’s mehr verteilen, ich hatte überhaupt keine Kraft mehr dazu. Nach 4 Monaten CV’s verteilen und nachdem man so verarscht wurde, kann man leider nicht mehr so optimistisch an die ganze Jobsuche dran gehen.
    Deswegen suchten wir uns eine Farm raus. Wir fanden eine Himbeerfarm in Corindi, neben Coffs Harbour, NSW. Dort wurde uns ein stunden-bezahlter Job versprochen. Ein Hoffnungsschimmer glänzte.

    Wir bekamen eine Einführung von der Farm. 4 Tage später durften wir auch mal endlich anfangen zu arbeiten. Wir merkten jedoch dass wir mal wieder belogen wurden. Nichts mit stunden-bezahlten Job…. Stattdessen durften wir Himbeeren picken für 3 € die Stunde. Ich hätte kein Problem damit gehabt, Himbeeren zu picken. Ich meine klar es ist jetzt nicht die schönste Arbeit, jedoch hätte ich dies getan wenn das Geld ansatzweise gepasst hätte. Jedoch konnten wir mit diesen 3€ pro Stunde nichts anfangen, da wir noch nicht mal die Kosten für den Campingplatz decken konnten.

    Also suchten wir uns eine andere Farm raus. Ich fand ebenfalls den Ort Bundaberg. Auf dem Weg nach oben, von Corindi nach Bundaberg bewarb ich mich auf AU-Pair-Jobs, mit der Hoffnung, dass ich vielleicht was Besseres als eine Farm finde. Erfolglos.

    Doch Farmjob. Na gut. Allerletzte Chance. Ich bin in einem Working Hostel gelandet, was ziemlich gute Bewertungen im Internet bekam. Mein Kumpel setzte mich dort ab, da er weiter Richtung Cairns zog. Das Hostel war ok. Es war nicht unbedingt sauber, aber ich war schon in deutlich schlimmeren Hostels gelandet. Was mich jedoch aufregte, war dass sich Geschirr, Pfannen, Töpfe und Besteck alles selber kaufen musste, was mein Budget natürlich nicht zu ließ. Trotzdem gab ich dem ganzen eine Chance. Anders als auf der anderen Farm, konnte ich auch direkt am nächsten Tag anfangen zu arbeiten. Mandarinen picken… Dummerweise war ich in der Regenzeit dort. (die eigentlich schon enden sollte, aber es regnete trotzdem) Es regnete fast jeden Tag und im Regen durften wir Backpacker nicht arbeiten. Fast jeden Tag wurden wir früher heim geschickt, weil es regnete. Mein Frust und die Enttäuschung stiegen an. Ich erfuhr dass es angeblich stunden-bezahlte Jobs geben soll. Daher fragte ich ständig nach, aber es gab logischerweise Wartelisten für die stunden- bezahlten Jobs. Ich wurde die ganze Zeit vertröstet. Ich sprach mit einigen Backpackern aus dem Hostel und erfuhr, dass denen das gleiche erzählt wurde. Außerdem erzählten sie mir, dass ich mind. 3-4 Wochen warten muss, für einen stunden- bezahlten Job zu bekommen. Dann kam der erste Lohn der Farm. 270 Dollar hatte ich in der ersten Woche verdient…. 210 Dollar gingen direkt ab für das Working Hostel.. 60 Dollar blieben mir übrig um Lebensmittel zu kaufen und was man sonst noch braucht. An der Rezeption übte ich Druck aus. Ich sagte der Frau dass ich einen stunden-bezahlten Job brauche, da ich mit dem Geld was ich auf der Mandarinenfarm verdiene, kaum überleben kann. Sie versprach mich am Freitag von der Pickingliste runter zu nehmen, so dass ich am Samstag in einer Packingshed anfangen kann und endlich pro Stunde bezahlt werde. Ich konnte mein Glück noch gar nicht fassen. Dies hielt aber leider nicht lange an, denn nun kam der Freitagabend und die Listen für den nächsten Tag hingen aus. Klaro. Ich stand immer noch auf der Pickingliste. Ich protestierte an der Rezeption. Jedoch vertrösteten sie mich mal wieder auf „vielleicht nächste Woche.“

    Meine Entscheidung war schnell getroffen, ich will nur noch nach Hause. Ich habe die Schnauze gestrichen voll vom vermeintlichen Paradies Australien. Ich kontaktierte meine Eltern. Sie buchten mir den Rückflug heim nach DE, da ich keinen Cent für den Flug hatte. So endete mein Lebenstraum von Australien. Als ich die Farm verließ und mit dem Bus wieder runter fuhr, nach Sydney (weil mein Flieger von dort ging), wurde ich noch schwer beleidigt von einem Einheimischen, weil ich aus Deutschland komme. Er brüllte die ganze Zeit „Fucking Germans“. Es fiel mir schwer ruhig zu bleiben, aber was blieb mir anderes übrig? Zwischendurch lernte ich 2 Mädels kennen, die ebenfalls nur ausgenutzt wurden und ebenfalls heim flogen…

    Fazit: Ich kann Australien nicht für Work&Travel weiter empfehlen. Es ist mittlerweile zu überlaufen und Australien kann nicht mehr mit den ganzen Backpackern umgehen. Australien ist ein wunderschönes Urlaubsland, das kann ich beim besten Willen nicht bestreiten. Man kann viele Abenteuer dort erleben, wie Koalas streicheln, Kängurus in freier Natur füttern, mit Delfinen schwimmen usw. Manche Leute finden auch wirklich ihr Glück dort, jedoch habe ich es dort nicht gefunden. 5 Monate habe ich gekämpft und gekämpft, weil ich meinen Lebenstraum nicht aufgeben wollte, aber irgendwann kommt man an den Punkt wo alles keinen Sinn mehr ergibt und es besser ist heim zu fliegen. An alle zukünftigen Backpacker die trotz allem nach Australien fliegen wollen, kann ich nur ans Herz legen, dass ihr aus unseren Fehlern lernt.

    Antworten
    • Danke Marie, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst.

  2. Hey (noch) aus Australien,

    Der Eintrag hier ist zwar etwas älter aber ich dachte ich melde mich auch hierzu.
    Kann leider auch nur bestätigen was schon beschrieben wurde, ich bin Anfang Juni 2018 nach Australien in der Hoffnung eventuell einen Langfristigen Job in meinem Bereich zu finden (Spedition, Logistik, Supply Chain) …
    In Europa hat man diese tollen Vorstellungen von Australien die sich in den letzten Monaten komplett für mich aufgelöst haben und ich feststellen musste, dass selbst wenn ich noch einen Job angeboten bekommen würde nicht hier bleiben wollte.
    Für mich ist Australien kein modernes Land, es gibt keine Kultur und was sie aus dem Work and Travel gemacht haben ist einfach nur schrecklich.
    Ich finde es unglaublich dass so viele unerfahrene junge Menschen direkt Nacht dem Abi hierher kommen und das alles mit sich machen lassen nur um hier sein zu können.
    Australien hat ein riesiges Alloholproblem sowie Wettsucht und Mental Health Issues (eventuell kann man das als Kultur hier bezeichnen), sie gehen grauenvoll mit dem Aborigines um was sich hier abspielt ist einfach nur schrecklich.
    Ich wollte das outback erleben und es waren die schlimmsten 3 Monate meines Lebens, ich versuche Erfahrungen daraus zu ziehen aber es war sehr hart.
    Ich war für 1 Monat au pair bei einer Familie die ihre Kinder vor mir geschlagen hat und von mir verlangt hatte auf der Farm Kühe mit Elektro schockern zu quälen, als ich dies verneinte und meinte dass ich gehen möchte haben Sie angefangen sich über mich lustig zu machen und kurz daraufhin gemeint ich müsse die Familie verlassen, die letzten 3 Tage dort ist die Frau komplett durchgedrehte und hat mich morgens um 4 aus dem Bett geschrien und mich aufs übelste beleidigt.
    Der nächste Job im Roadhouse war kaum besser, eine Chefin die dich als billigen Sklaven sieht und dich wirklich alles machen lässt. Es war wie 50 Jahre in der Vergangenheit zu sein.
    Meiner Meinung nach ist das verfluchtes Land, es gehört den Aborigines und es ist wie als ob alles dort die Menschen loshaben möchte die dort leben.
    Sie vergiften dort draußen alles mit ihren Minen, machen den Boden kaputt durch die Kuhfarmen, haben eine enorme Suizid Rate und alles was getan wird ist Tiere töten, trinken und Wetten.
    Ich habe mir Geschworen nie wieder so einen Backpacker Job zu machen. Entweder ich finde noch es druckreifes oder das wars, nun bewerbe ich mich seit über einem Monat auf allen temporary Office Jobs die ich finde, in meinem Bereich, in der Administration, und etlichen weiteren Bereichen, doch niemand nimmt einen Backpacker in einem seriösen Job, auch nicht in einem temporären Job, wenn ich die Statistik auf seek sehe dass der Job vor 2 Tagen gepostet wurde und sie schon über 150 Bewerbungen haben ist es auch nicht verwunderlich dass sie auf Einheimische zurück greifen.
    Ich bin müde von diesem Land, mir fehlen Berge und Wälder undicht weis dass ich in Deutschland innerhalb von 1 Monat neue Arbeit habe bei meinen Qualifikationen.
    Ich möchte nicht in einem Land leben in dem man sich auf 2-3 Metropolen beschränken muss zum Leben weil der Rest unmodern und oder Buschland ist und keine Möglichkeiten bietet.
    Alle Leute die ich getroffen habe die hier geblieben sind( in einem vernünftigen Job) kamen mit formen aus Deutschland hierher und wurden dann gesponsert. Aber ganz ehrlich selbst daran habe ich mein Interesse mehr.
    Ich fliege nächste Woche zurück nach Hause, erhole mich von diesem halben Jahr und mache dann neue Pläne .

    Antworten
    • Hi Anna,
      Danke das Du Deine Erfahrungen mit uns teilst. Es tut uns sehr leid, dass es bei Dir auch nicht so toll gelaufen ist. Das schöne ist, nach so einem Tief, fühlt sich danach alles ganz toll an.
      Alles Gute und liebste Grüße,
      Jojo und Jezz

  3. Hallo zusammen,

    mein Bruder (22) und ich (28) sind seit Oktober 2018 in Australien und auch wir haben heute beschlossen die Reißleine zu ziehen. Unsere Nerven liegen blank und wir werden nun unsere Heimreise planen (haben leider auch das o. g. Autoproblem an der Backe). Deswegen bin ich auf diesen schön ehrlichen Eintrag gestoßen 😉 Immerhin ergeht es nicht nur uns so.

    Australien hat schöne Ecken, tolle Natur und Tiere, aber so wirklich warm geworden sind wir mit dem Land nicht. Wie Anna schon schrieb, fehlt auch uns die Kultur. Der „lazy lifestyle“ kann, gerade in der Berufswelt, richtig nerven. Jetzt im Nachhinein betrachtet war unser erster Job gar nicht so schlecht. 24$ brutto/Stunde bei einer Gärtnerei. Die Arbeit war hart, aber wir haben unser Geld immer pünktlich bekommen. Aber auch hier hatte man sich in anderen Punkten nicht an Absprachen gehalten. Man ist eben doch nur Backpacker.

    Mittlerweile sind wir in Melbourne und hier wimmelt es nur so von verzweifelten Backpackern, die auf Jobsuche sind. Ja, diese elendig lange, nervenaufreibende Jobsuche… -.- Von Gumtree halten wir gar nichts. Ich bin froh, wenn ich die App von meinem Handy schmeißen kann. Aber auch das Verteilen der CVs ist bis jetzt noch nicht unbedingt erfolgreich gewesen. Mal davon abgesehen wie anstrengend das Alles ist – wenn man keine besonderen „experiences“ vorweisen kann oder Maurer-Ausbildung genossen hat, darf man sich auf eine ziemliche Frustration gefasst machen.

    Mein Bruder und ich hatten tatsächlich ganz andere Erwartungen. Nicht nur vom Work and Travel Prinzip, auch von Land und Leute. Im Juni haben wir einen tollen Urlaub in Portugal verbracht und wir sind uns beide einig: dieses Land werden wir bald wieder bereisen!

    Wir hatten aber auch schöne Zeiten. In Sydney zum Beispiel oder auch über das Sytem HelpX tolle Erfahrungen machen können. Trotzdem möchten wir nicht mehr weiter machen, Energie und Geld verlieren. Ich freue mich unglaublich auf die Heimat! 🙂

    Immer auf das Bauchgefühl hören, dann weiß man, was zu tun ist.
    Danke für den Erfahrungsbericht und diesen mit den Worten Konfuzius zu beenden, finde ich genau passend…

    Alles Liebe,
    Svenja

    Antworten

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