In 10 Wochen zum Wohnmobil und Wanderkino – Sprinter Selbstausbau

von | Okt 22, 2017

Entschuldige für die lange Ladezeit. Aber dieser Artikel kommt mit einer dicken Portion Bildern daher. Denn wir möchten Euch Zeigen, wie wir unsere erste Eigentumswohnung gebaut haben. Sie heißt Joschel, hat vier Räder und kann sich in ein Kino verwandeln.

Warum ein Mercedes Sprinter?

 

Günstige Ersatzteile

Der VW LT ist fast baugleich. Das bedeutet, dass dieses Auto wahnsinnig oft produziert wurde. Somit findest Du so ziemlich überall auf der Welt günstige Ersatzteile.

Beispielsweise mussten wir ein paar Bleche besorgen, da unser Joschel hier und da Lochfraß hatte. Die meisten Bleche kosteten nicht mal 10 €.

Anbauteile

Noch ein Vorteil, wenn Autos so oft rum fahren. Es gibt günstig gebrauchte Anbauteile. Beispielsweise haben wir den Dachgepäckträger in Bremen geholt. Nun können wir unser Kino verstauen, Surfbretter auf das Dach schnallen und haben auch noch eine Terrasse.

unauffällig

Der Wagen soll nicht auffallen. Denn hier und da möchten wir auch mal in einer Stadt übernachten. Wegen der verspiegelten Scheiben und dem Fleck-Lack, wirkt unser Joschel von außen wie ein alter Lieferwagen.

Es handelte sich um einen alten Sprinter vom Deutschen Nationaltheater und die haben den Wagen nicht gerade sanft behandelt. Joschel war überall zerkratzt und zerbeult und dadurch mächtig am rosten. Allerdings war der Sprinter immer in der Mercedes Werkstatt und hat jeden Service mitgemacht.

Joschel, Baujahr 2004 mit 142000 km auf dem Buckel.

Dokumentation – Pop-Up Wanderkino

Du möchtest wissen, was uns der Selbstausbau gekostet hat? Du möchtest wissen, wie wir das Kino gestaltet haben und mit welchen Herausforderungen wir zu kämpfen hatten?

Hier beommst Du die Dokumentation als PDF.

Entrosten

So Joschel, erstmal wirst Du nackig gemacht. Alles raus.

Drei Tage später, ein paar Drahtigel für die Flex, ein paar Dosen Lack und schon schaut der gute Sprinter, nicht mehr ganz so rostig aus der Wäsche.

„Ordnung ist nur das halbe Leben.“

Dämmung

Keine Dämmung für Joschel.

Wir mögen keine kalten Länder, aber das ist eigentlich nicht der Grund.  Es ist einfach viel zu aufwendig. Du kannst Dir Dämm-Maten besorgen. Doch diese musst Du dann perfekt zuschneiden und an jeder Stelle zu hundert Prozent mit dem Blech verkleben.

Machst Du das nicht, bildest sich Kondenswasser. Dieses trocknet dann nicht richtig ab und Dein Wagen beginnt zu rosten.

Wenn Du alles richtig machst, passiert das vielleicht nicht. Aber da unser guter Joschel sowieso ringsherum verglast ist, hätte die Dämmung eh nicht so viel gebracht.

Ein wirklich guter Tipp sind allerdings verspiegelte Scheiben. Wenn die Sonne so richtig ballert, dann ist die Temperatur in unserm Sprinter immer noch recht angenehm.

Wohnmobil Selbstausbau, jetzt gehts ans eingemachte

 

Bett, Küche, fließend Wasser und Strom.

Strom

 

Erstmal nen Plan machen und Kabel verlegen. Der Plan wurde noch dreimal geändert und die Kabel immer wieder neu verlegt. Lag aber vor allem an dem Kinokram. Frau Beamer und Herr Verstärker hätten gerne auch eine Steckdose.

Wir haben einen LKW-Batterie (180 Ah) und einen Spannungswechsler (1000 W) gekauft. Geladen wird das ganze über den Motor. Läuft dieser nicht, können wir damit unseren Kühlschrank (80 W) für 1-2 Tage betreiben oder mit unserer Musikanlage 6 Stunden lange Party machen.

Gel-Batterien sind wohl die bessere Wahl, doch diese sind auch um einiges teurer. Kauft man allerdings einen Spannungswechsler, der sich abschaltet, sobald die Spannung zu gering wird, dann sollte auch eine normale Batterie ein paar Jahre halten.

Solar? Schöne Sache. Bringt für unsere Zwecke leider zu wenig Leistung. Hoffentlich ändert sich das bald, dann stecken wir einen Elektromotor vorne rein.

Ausbau Wohnmobil

Fichtenholz. Ja, man hätte das ganze auch leichter bauen können. Hinterher ist man immer schlauer. Für die Schränke hätte es auch weniger massives Holz getan. Ob es dann allerdings so schön aussehen würde? Wer weiß.

Das Grundgerüst besteht aus einfachen Kanthölzern, die wir an die Bleche geschraubt haben.

Die Kreis- und Stichsäge hatte ordentlich was zu tun und mit der Flex haben wir die Kanten begradigt. Oder sagen wir mal gestaltet.

Wasser

Danke an unsere lieben Mitbewohner, die diese schöne Arbeitsplatte mit Spülbecken auf dem Sperrmüll gefunden haben. Ein Träumchen.

Anfangs wollten wir einen Wassertank auf dem Dach befestigen. Somit bräuchten wir keine Pumpe und das Wasser würde sich durch die Sonne und den schwarzen Tank erhitzen.

Danke Papa, dass Du uns das ausgeredet hast. Denn der Wassertank muss doch öfter befüllt werden als gedacht. Außerdem besteht die Gefahr, dass es zu Legionellen kommen kann. Diese werden durch die Lungen aufgenommen, gefährlich also auch, wenn Du das Wasser nicht trinkst.

Somit haben wir uns dazu entschieden, einen Wasser- und Abwasserkanister unter die Spüle zu stellen und eine Wasserpumpe einzubauen.

Was gibt´s sonst noch zu sagen?

Ach ja, wir haben eine kleine Terrasse, einen Doppelten Boden so zusagen.

Die hintere Sitzbank steht noch da wo sie vorher stand. Das heißt wir können Mitfahrer mitnehmen. Die Decke haben wir mit Jute bezogen und die kleine Ente am Wasserhahn heißt Berta.

Aber schaut einfach selbst.

Wanderkino – Cinema em Movimento

Unser Joschel kann sich auch in ein Kino verwandeln. Wann, wie und wo, erfährst Du auf der Website  „Cinema em Movimento„. Wie wir das ganze gebaut, geplant und gestaltet haben, erfährst Du in der Dokumentation.

Dokumentation – Pop-Up Wanderkino

Du möchtest wissen, wie wir das Kino gestaltet haben und mit welchen Herausforderungen wir zu kämpfen hatten?

Hier bekommst Du die Dokumentation als PDF.

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#feedbackfetzt

2 Kommentare

  1. Ihr seid cool 😀 Grüße aus Mannheim Robert

    Antworten
    • Danke und Grüße aus Weimar

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