Malaysia, Bamboo Village und der Jungle Man

von | Apr 4, 2016

Wir landen in Kuala Lumpur. Eine moderne Stadt erwartet uns. Wir sind auf dem Weg nach Chinatown, denn auf der Suche nach günstigen Unterkünften wirst Du hier fündig.

Die meisten Hostels erscheinen uns zu teuer. Wir schleppen den Lonley Planet weiter durch die Gassen, oder er schleppt uns?! Vor einem Hostel das angeblich recht günstig sein soll, fängt uns ein langer schlacksiger Kerl auf einem Mofa ab.

Er meinte das Hostel sei ausgebucht, aber um die Ecke hätte er noch ein weiteres, dass sei auch viel besser. Er wirkt sehr nett. Wir schenken ihm unser Vertrauen und dackeln brav hinterher.

Wir beziehen eines der günstigen Zimmer. Es hat kein Fenster, der Teppich ist versifft — eine Matratze auf dem Boden. Ganz Ok für’s erste. Für 8 Dollar ist auch noch ein Frühstück dabei. Klingt doch gar nicht so schlecht.

Fast eine Woche haben wir hier verbracht. Das Frühstück bestand aus Toastbrot und Marmelade. Da wir immer zu spät aufgestanden sind, war die Marmelade schon alle. Nach zwei Tagen juckte es am ganzen Körper. Wir sind uns nicht sicher, ob wir Bettwanzen hatten, oder einfach der Dreck dieser Stadt unsere Poren verstopft.

Doch wen juckst, die Menschen waren spitze

 

Da war Paul aus Frankreich. 76 Jahre, sein Reisepass platzt aus allen Nähten. Eine französische Familie mit fünf Kindern, die Eltern hatten keine ruhige Minute. Jede menge junge Menschen, aus allen Teilen der Welt und natürlich der Besitzer des Hostels, der die ganze Rasselbande zum chinesischen Neujahr auf die Dachterrasse einlud. Es gab Whisky und Räucherware. Wir hatten angenommen, in Malaysia wäre jede Art von Droge tabu, aber wir sollten eines Bessern belehrt werden.

Denn nach ca. einer Woche ging es für uns in den Dschungel. Von anderen Backpackern haben wir gehört, dass es da dieses Bamboo Village gibt. Als sich die Chance ergab, sind wir mitgefahren.

Bamboo village impressionen

Ankunft Bamboo Village

 

Außerhalb von Kuala Lumpur, mitten im Dschungel, war Ramadan dabei ein Feriendorf zu errichten, dass Bamboo Village. Ramadan ist ein gewitztes Kerlchen. Er hat sich die Backpacker als kostenlose Arbeiter besorgt, denn die sind fleißiger als die, die er bezahlen muss.

Der Deal war vier Stunden am Tag arbeiten und ca. zwei Dollar für Essen. Dafür gab es dann Unterkunft im Gemeinschaftsraum und vier Mahlzeiten. Doch schon am ersten Tag hat sich heraus gestellt, dass hier nicht sehr viel gearbeitet wird.

Die Kommune auf Zeit bestand aus ca. 30 Reisenden. Der Tag begann für die meisten erst gegen 13.00 Uhr und alle waren den ganzen Tag auf der Suche nach der Bong. Es wurde viel musiziert und Jenga gespielt. (Ein ca. zwei Meter großes Jenga.)

Nach kurzer Zeit, war unser Platz in der Küche. Denn dreißig Menschen haben viel Hunger. Es war fantastisch, denn Cham gab uns einen Einblick in die Malaiische Kochkunst. Gemüse, Kräuter und Wurzeln von denen wir vorher noch nie gehört hatten.

Bamboo village impressionen 2
Bamboo village impressionen 3

Heiße Quellen und der Jungle-Man

Ab und an gab es mal einen Ausflug zu den heißen Quellen, die ganz in der Nähe waren, oder zum Jungle-Man. Doch wer ist dieser Jungle-Man? Zwanzig Minuten zu Fuß durch den Dschungel und auf einmal steht da ein Couch mit einer Plane darüber. Das ist das Zuhause des Jungle-Man.

Jeder der ihn besucht gehört sofort zur Familie und wer zur Familie gehört muss eine Bong rauchen und Whisky trinken. Außerdem gehört ein Eintrag in sein Gästebuch zum Gesamtkonzept. Einfacher kann man fast nicht leben. Doch auch mitten im Dschungel lässt sich der Fortschritt nicht aufhalten. Der Jungle-Man ist stolzer Besitzer eines iPads und fleißig am Spielen.

Malaysia und das Bamboo Village hat uns überzeugt, wir kommen gerne wieder. Vielleicht auch mal zum Arbeiten. Ab und an kam Nabila in das Bamboo Village, schnappte sich ein paar Reisende mit westlichen Gesichtern und sie wurden Teil einer Filmproduktion. Nabila betreibt eine Casting-Agentur und vielleicht kann sie uns mal einen Job als Motion-Designer besorgen.

Doch wir verlassen nun das Bamboo Village und all diese besonderen Persönlichkeiten. Erschreckend schön, wie in so kurzer Zeit, einem so viele Menschen an’s Herz wachsen.

Auf bald und Terima kasih. Sams-sama.

Warst Du auch schon mal im Dschungel?

#feedbackfetzt

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren: