Trendziel Macau – Was macht die Stadt so besonders?

von | Sep 28, 2018

Wo liegt eigentlich Macau? Sicherlich hast du schon einmal davon gehört und kennst möglicherweise auch ein paar der Besonderheiten, für die die Stadt bekannt ist. Mit knapp 30 Quadratkilometern Größe grenzt der fünft-kleinste Staat der Welt direkt an die chinesische Provinz Guangdong an und liegt nur ca. 50 km von Hongkong entfernt. Bis 1999 war Macau eine portugiesische Kolonie und ist heute, so wie auch Hongkong, eine Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China.

 

Aufschwung der Wirtschaft

Macau erlebt momentan einen regelrechten Boom und steht auf dem Index der reichsten Länder weltweit auf Platz vier. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Stadt wirtschaftlich besonders attraktiv ist. Ähnlich wie in Monaco, einem anderen Zwergstaat, schießen momentan die Wolkenkratzer in Macau wie Pilze aus dem Boden. Aufgrund des sehr eingeschränkten Angebots an Landfläche wird sogar durch Aufschüttung aktiv neues Land vor der Küste geschaffen, um der Nachfrage nach Baugrund nachzukommen.

 

Las Vegas des Ostens

Macau ist für einige wenige Dinge besonders bekannt. Dazu gehört zum einen die Textil- und Feuerwerkskörperindustrie, ganz besonders aber das Casinogeschäft. Die Legalisierung von Casinospielen in der Sonderverwaltungszone haben Macau seit dem 19. Jahrhundert zu einem beliebten Ziel für Spielbegeisterte aus aller Welt gemacht, besonders aber in der jüngsten Zeit wird die Stadt ihrem Spitznamen als Monaco beziehungsweise Las Vegas des Ostens sehr stark gerecht.

Die Vorbilder übertreffend

Gerade aufgrund dieser großen Popularität unter Spielern haben viele führende Firmen ihre Finger im Spiel, wenn es um Investitionen in der Hafenstadt geht. Die Las Vegas Sand Corporation beispielsweise, bekannt für ihr weltberühmtes Venetian Hotel in Las Vegas, betreibt bereits drei Hotel-Resorts in Macau. Und auch der Online-Poker-Riese PokerStars hat das Potenzial des Standorts erkannt und betreibt hier einen eigenen Pokerraum, das PokerStars Live Macau. Und auch weitere Casino-Pioniere wie Steve Wynn betreiben längst eine eigene Spielbank hier.

 

Insgesamt ist es geplant Macau nach Las Vegas’ Vorbild ein ganzes Casinoviertel zu spendieren. Schon heute wirft der Kleinstaat auf der chinesischen Halbinsel jedoch bereits ein Vielfaches dessen ab, was Las Vegas im Jahr an Spieleinnahmen einspielt. Möglicherweise heißt Las Vegas im asiatischen Volksmund also bald eher das Macau des Westens.

 

Zentrum des liberalen Chinas

Insgesamt ist die gesamte Region von Hongkong sowie Macau ein sehr beliebtes Ziel, auch für Touristen aus der westlichen Welt. Die beiden Sonderverwaltungszonen in direkter Nachbarschaft stehen schon seit vielen Jahren in einer engen Partnerschaft miteinander und sind durch TurboJet Fähren miteinander verbunden. Das sind Schnellfähren, die für das Zurücklegen der Strecke nur eine knappe Stunde benötigen und insgesamt 150 Mal am Tag zwischen den beiden Städten verkehren, zwischen 7:00 und 0:00 Uhr sogar alle 15 Minuten.

 

Aufgrund der unterschiedlichen Geschichte der Städte im Vergleich zum Festlands China triffst du hier auf einen ganz anderen Lebensstil als im übrigen China. Durch seine Unabhängigkeit ist Macau deutlich westlicher orientiert und als ein Tourist aus dem Westen merkst du dies sehr schnell. Dazu kommt, dass durch geringe Steuern und zollfreien Verkauf Schnäppchenjäger voll auf ihre Kosten kommen.

 

Las Vegas des Ostens – San Sebastian Asiens

Das renommierte Lifestyle Magazin Condé Nast Traveller erstellt regelmäßig Listen der besten Ausgehmöglichkeiten weltweit und kürte vor wenigen Jahren das spanische San Sebastian zur Weltstadt Nummer 1 für Freunde kulinarischer Genüsse. Bei einem Update dieser Liste für 2019 würde Macau sicherlich ebenfalls den Weg auf diese Liste finden, denn kaum eine andere Stadt hat sich in der letzten Zeit so erfolgreich ins Rampenlicht der Weltküche gestellt.

 

Die Exotik des asiatischen Kontinents, Meeresfrüchte in nie gesehenen Zubereitungsarten, gepaart mit typischer Dekorations- und Arrangement-Kunst sowie eine vibrierende Street-Food Szene machen Macau zu einem Paradies für Gourmetbegeisterte. Das Food Festival im November lädt jedes Jahr mit über 100 Ständen zu kulinarischen Genüssen aus aller Welt ein.

 

Erbe Portugals

Gerade in den Straßen der Stadt ist der Nachlass der früheren Kolonialmacht Portugal noch hautnah spürbar, wenn auch es durch das Baufieber der Investoren zunehmend in Gefahr ist. Macau bietet eine einmalige Kombination aus klassischer westlicher, asiatischer und moderner Architektur, wie sie in der Welt nahezu einmalig ist. Freunde von authentischen Stadtbildern können zumindest etwas aufatmen, denn die UNESCO erklärte bereits 2005 die gesamte Altstadt Macaus zum Weltkulturerbe, wodurch auch in Zukunft immerhin ein Teil des portugiesischen Erbes für die Nachwelt geschützt bleiben wird.

 

Fazit

Insgesamt ist Macau definitiv eine Reise wert. Der Kleinstaat im Osten Chinas, unweit der Sonderverwaltungszone Hongkong, ist nicht nur bekannt für seine vielen Casinos und eine entspannte Steuerpolitik, die Investoren wie Shopping-Freunde gleichermaßen begeistert, sondern bietet darüber hinaus noch viel mehr. Neben einem interkulturellen Mix aus verschiedenen Architekturstilen und der fast mediterranen Atmosphäre, die sich über die Jahrhunderte der Kolonisationsgeschichte herübergerettet haben, gehört Macau mittlerweile auch zu einem der großen Zentren für kulinarische Freuden jeglicher Art. Ganz egal also mit welchen Urlaubserwartungen man gen Macau reist, sie werden sicherlich in den meisten Fällen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen.